Warnmeldung Ackerbau Nr. 24

Pflanzenschutz Hinweise vom 15.10.2022 Nr. 24

Wir informieren Sie über Raps und Wintergetreide

Winterraps:
Achten Sie weiterhin auf den Befall des schwarzen Kohltriebrüsslers in den Gelbschalen. Eigene Gelbschalen sind unumgänglich, da der Befall sehr unterschiedlich ist. Im Kraichgau haben wir so gut wie keinen Befall, in der Rheinebene liegen die Werte zum Teil über der Schadschwelle von 10 Käfern. Es können die zugelassenen Pyrethroide zum Einsatz kommen.

Der Raps befindet sich überwiegend im 4 Blatt Stadium. Vereinzelt findet man sehr schöne Rapsbestände, die jetzt das 6 Blatt Stadium erreicht haben. Hier kann bei den gemeldeten Temperaturen in der nächsten Woche eine sanfte Einkürzung erfolgen. Im Zweifelsfall rufen Sie uns bitte an. Denke Sie bitte auch an die Bor Versorgung der Rapsbestände vor dem Winter von ca. 200 gr. /ha.

Wintergerste:
Trifft der Wetterbericht für kommende Woche zu, werden sich immer wieder Spritzfenster für die Herbizidanwendung öffnen. Nutzen Sie dann die feuchte Oberfläche zum Einsatz der Bodenwirkstoffe. Idealer Termin ist beim Erahnen der Fahrgassen.

In extremen Frühsaaten in der Rheinebene wurden die ersten Läuse gefunden. Aktuell noch weit unter der Schadschwelle von 20%. Kontrollieren Sie diese Frühsaaten regelmäßig. Ab dem zwei bis drei Blatt Stadium kann dann bei einer Überschreitung der Schadschwelle eine Behandlung sinnvoll sein. Bedenken Sie, das die Wirkungsdauer der eingesetzten Insektizide nur von kurzer Dauer ist. Daher nicht zu früh behandeln und natürlich nur, wenn die Schadschwelle überschritten ist. Denken Sie an die Spritzfenster in den Schutzgebieten. Auch außerhalb dieser Gebiete ist so ein Spritzfenster sehr interessant!

Winterweizen:
Bedingt durch die frühe Maisernte ist schon ein Großteil des Winterweizens im Dienstbezirk ausgesät. Auch hier sollte im Hebst noch die Herbizidmaßnahme durchgeführt werden, wenn es sich um Gräserstandorte handelt. Scheuen Sie sich nicht, auch dies schon nächste Woche in Angriff zu nehmen. Die meisten Mittel haben eine Zulassung im Vorauflauf (bitte Zulassungen beachten). Der Wirkungsgrad ist in der Regel besser. Vorausgesetzt, das Saatbeet ist einigermaßen feinkrümelig.
Leider ist dies nicht überall der Fall, da mit der Bodenbearbeitung zum Teil zu früh begonnen wurde (siehe Bild zwei). War auf diesen Flächen Raps als Vorfrucht, muss hier auf Schneckenbefall geachtet werden. Vor allem in Wasserschutzgebieten, wo bisher nur wenig Bodenbearbeitung durchgeführt wurde, sind die Bestände zu kontrollieren. Streuen Sie etwas Schneckenkorn unter einen Sack oder Brett aus, so kann der Befall rechtzeitig festgestellt werden.

Durch den Wegfall von Glyphosat in den Wasserschutzgebieten findet man auch häufig kleine Ackerfuchsschwanzpflanzen, die bereits vor der Weizensaat aufgelaufen waren, aber durch die Bodenbearbeitung mechanisch nicht bekämpft wurden. Durch den aktuell fallenden Niederschlag, werden diese Pflanzen schnell weiterwachsen (siehe Bild eins). Diese Pflanzen werden mit den klassischen Bodenherbiziden nur unzureichend bekämpft. Behalten Sie diese Schläge genau im Auge. Evtl. muss hier noch im späteren Herbst mit einem blattaktiven Mittel wie z.B. Traxos nachbehandelt werden. Spielen Tespenarten auf dem Schlag eine Rolle, kann auch der Einsatz von einem Atlantis OD zielführend sein. In solchen speziellen Fällen bitte Beratung anfordern.

Bild eins:

Bild zwei:

 

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