Pflanzenschutz-Hinweise Nr. 24 vom 08.10.2026

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Herbizideinsatz in Wintergetreide:

Die Wintergerste ist überwiegend im Boden, die Winterweizenaussaat nimmt an Fahrt auf. Nach Rücksprachen in die verschiedenen Gebiete des RNK fielen seit gestern Abend zwischen 5 und 15 Liter Regen pro m². Glaubt man der Wettervorhersage, kommen keine nennenswerten Niederschläge in den nächsten Tagen dazu.

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt der Herbizdanwendung ist momentan schwierig zu beantworten. Idealerweise erfolgt die Spritzung in die Keimung sprich den Auflauf der Ungräser. Bei einem feinkrümeligen Saatbeet und guter Einarbeitung der Erntereste sowie guter Saatgutbedeckung mit genügend Feinerde (ca. 3 cm), kann dies, bei guter Durchfeuchtung der obersten Bodenschicht, sehr zeitnah sein. War und bleiben die Niederschlagsmengen bescheiden und die Bodenoberfläche ist rau und klutig mit vielen Ernterückständen, ist eine Verschiebung der Herbizidmaßnahme sinnvoll, es sei denn, es handelt sich um Problemflächen. 

Die meisten Betriebe sind für diesen Herbst mit den flufenacet-haltigen Produkten versorgt. Restmengen müssen komplett aufgebraucht werden, die Aufbrauchfrist endet je nach Produkt Anfang Dezember 2026. Die Mischungsempfehlungen sind daher die gleichen wie aus dem letzten Jahr z.B. Prosulfocarb, Diflufenikan oder Pendimethalin. Neben dem Luxinum (nur in Winterweizen) hat auch Fundatis (in Winterweizen und Wintergerste) eine Notfallzulassung für diesen Herbst erhalten. Beide Produkte enthalten Bodenwirkstoffe und sollten daher vor dem Auflaufen der Kultur und somit der Ungräser eingesetzt werden. Bodenfeuchte ist unabdinglich für eine gute Wirkung. Wir konnten beide Produkte schon im Versuch testen, fragen Sie bei Bedarf gerne Beratung an. Achten Sie auf eine ausreichende Saattiefe von 3 cm und v.a. einer guten gleichmäßigen Abdeckung des Saatgutes mit Feinerde, um eine gute Verträglichkeit zu gewährleisten. 

 Achten Sie beim Winterweizen auf die Sortenverträglichkeit von Chlortoluron!



Auflagen Pendimethalin (u.a. Stomp Aqua, Activus, Trinity, Addition, Agolin, Malibu,…) und Prosulfocarb (Boxer, Roxy, Filon, Jura,….):

·         Wasseraufwand mind. 300 l

·         90% abdriftmindernde Düse auf der gesamten Fläche 

·         Windgeschwindigkeit max. 3 m/s 

·         Fahrgeschwindigkeit höchstens 7,5 km/h 

 

 

Auflagen Chlortoluron-Produkte:

·         Keine Anwendung auf den Bodenarten: reiner Sand, schwach schluffiger Sand und schwach toniger Sand

·         Nur eine Anwendung auf derselben Fläche innerhalb eines Kalenderjahres

·         Keine Anwendung auf drainierten Flächen im ganzen Jahr (Ausnahme Trinity: Verbot zw. 1.11 und 15.03)

 

Auch in diesem Herbst werden zu den oben genannten Auflagen Kontrollen durchgeführt. 

 

Winterraps:

Die Trockenheit der letzten Wochen hat in Kombination mit Herbizidrückständen aus der Vorkultur und dem z.T. massiven Erdflohbefall den kleinen Rapspflanzen stark zugesetzt. Auf Gemarkungen im Kraichgau, mit einer geringen Rapsanbaudichte, gibt es auch schöne Bestände, wenn der Raps rechtzeitig ausgesät werden konnte. Ähnlich schöne Bestände stehen in der Rheinebene, die zum Auflaufen bewässert wurden. Der Niederschlag wird etwas Entspannung bringen.

Die Situation beim Rapserdfloh ist sehr unterschiedlich, eine pauschale Empfehlung kann nicht gegeben werden. Nehmen Sie gerne telefonische Beratung in Anspruch. Zusätzlich zum Rapserdfloh sind die Gelbschalen ab sofort auf den schwarzen Kohltriebrüssler zu kontrollieren. Die Schadschwelle liegt bei 10 Käfern pro Gelbschale. Äußerlich ähnelt der schwarze Kohltriebrüssler den Rüsslerarten, die wir aus dem Frühjahr kennen. Zum Einsatz kann hier ein zugelassenes Pyrethroid kommen.  

Wuchsregulierung: Der optimale Zeitpunkt für eine Wuchsregulierung ist das 4 bis 6 Blatt Stadium. Nach dem Niederschlag können entsprechende Schläge Anfang nächster Woche bei Bedarf behandelt werden.