Pflanzenschutz-Hinweise Nr. 9 vom 09.04.2026

Lesezeit:
  • Teilen

Winterraps:

In der Rheinebene blüht der Winterraps mit ca. 20-30% am Haupttrieb. Im Kraichgau blühen Nordhänge und Senken sehr wenig, alle anderen Flächen blühen zwischen 5% und 20%.

Ab 10% geöffneter Blüten am Haupttrieb schädigt der Rapsglanzkäfer nicht mehr. Im Gegenteil, er wird zum Nützling, da er bei der Bestäubung hilft. Nennenswerte Käferzahlen konnten wir nicht feststellen.

Allerdings gibt es Schläge, die beim Kohlschotenrüssler (siehe Bilder unten) am Bekämpfungsrichtwert von einem Käfer je Pflanze liegen. Klopfen Sie den Haupttrieb in eine Schale um den Befall festzustellen. I.d.R. ist der Befall am Feldrand deutlich höher als in der Schlagmitte. Von daher sind oft Randbehandlungen ausreichend. Denken Sie bitte an die Dokumentation in den Schutzgebieten.

Nächste Woche sind mehr oder weniger Niederschläge gemeldet. Die Frage nach einer vorgezogenen Blütenbehandlung steht nun zur Diskussion. Wie hoch die Gefahr einer Infektion ist, kann nur schwer abgeschätzt werden. Ein eindeutiger Indikator ist dagegen die Fruchtfolge. Steht Raps nur alle fünf Jahre und weiter in der Fruchtfolge, ist die Gefahr eine Infektion mit Rapskrebs deutlich geringer als bei engen Fruchtfolgen, wenn Raps im Abstand von drei bis vier Jahren angebaut wird. Momentan können wir keine Krankheiten feststellen.

Wir erinnern nochmals an Bienengefährdung bei bestimmten Mischungen von Fungiziden und Insektiziden (siehe Pflanzenschutzhinweise vom 02.04.2026).

Ab sofort Rapsbehandlungen nur nach dem täglichen Bienenflug durchführen!

Bild: H. Gawron ULB Rhein-Neckar-Kreis



Wintergerste:

Zu Wachstumsreglermaßnahmen verweisen wir auf unser letztes Rundschreiben Pflanzenschutzhinweise Nr. 08 vom 02.04.2026

Aktuell können wir in der Gerste keine relevanten Krankheiten feststellen.



Winterweizen:

Der Winterweizen befindet sich, je nach Sorte, Standort und Saattermin, im Stadium Beginn des Schossens bis zwei Knoten Stadium. Herbizidbehandlungen sollten jetzt zügig abgeschlossen werden.

Krankheiten können wir im Weizen momentan nicht feststellen. Mit einer Wachstumsreglermaßnahme kann im Weizen noch ein wenig zugewartet werden.



Sommergetreide:

Das Sommergetreide ist in den letzten Tagen zügig weitergewachsen und beginnt nun mit der Bestockung. Bedingt durch die Trockenheit sind bisher nur wenige Unkräuter aufgelaufen. Wir empfehlen die chemische Behandlung bis nach einem Regen zu schieben.

Bei weiterhin trockenen Bedingungen, schüttfähigen Böden und Schlägen ohne Wurzelunkräuter, kann eine mechanische Unkrautbekämpfung mit dem Unkrautstriegel erfolgen.



Zuckerrüben:

Die Rüben im Kraichgau laufen in den letzten Tagen auf und befinden sich momentan im Keimblattstadium. In der Rheinebene sind die meisten Bestände bereits vollständig aufgelaufen. Mit den Rüben laufen auch die ersten Unkräuter auf. Weißer Gänsefuß ist auf den meisten Flächen vorhanden und muss unabhängig von der Größe der Zuckerrüben bekämpft werden. Auch unter den momentan trockenen Bedingungen muss der Bodenwirkstoff Metamitron (u.a. enthalten in Goltix Gold, Goltix Titan, Metafol SC, …) in die Grundmischung. Erhöhen Sie bei Bedarf die blattaktiven Komponenten. Im Zweifelsfall Beratung anfordern!