Pflanzenschutz-Hinweise Nr. 7 vom 26.03.2026 

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Wir informieren Sie über Winterraps, Wintergerste, Zuckerrüben, Sommergetreide und Saatbeetbereitung in WSG-Gebieten

 

Winterraps:

Der Wetterumschwung in Richtung kühle und feuchte Witterung verlangsamt die Entwicklung der Rapspflanzen. In der Rheinebene steht der Raps kurz vor der Blüte, im Kraichgau steht der Haupttrieb frei. Ab dem Freistehen der Knospen kann der Rapsglanzkäfer schädigen. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei 5 Käfern pro Haupttrieb bei schwachen Beständen und 10 Käfern pro Haupttrieb bei normalen Beständen. Ab 10% geöffneter Blüten schädigt der Rapsglanzkäfer nicht mehr. Kontrolliert wird der Befall am besten über die warme Mittagszeit, dann sind die Käfer am vitalsten. Die Rapsglanzkäfer können einfach in die Hand oder in ein helles Gefäß ausgeschüttelt werden. Bei Überschreiten der Schadschwelle können Mavrik Vita/Evure, Trebon 30 EC (Bienengefährdung B2) oder Mospilan SG/Danjiri eingesetzt werden. Die Aufwandmenge liegt bei allen Produkten bei 0,2 Liter/ha. Beachten Sie zwingend, dass bei Mischungen mit Fungiziden meist eine Änderung bei der Einstufung der Bienengefährdung einhergeht. Weitere Informationen finden Sie dazu im Pflanzenproduktionsheft auf Seite 86, Tabelle 42. Im Zweifelsfall Beratung anfordern. 



Wintergerste:

Die Wintergerste befindet je nach Sorte und Saattermin im Stadium Ende der Bestockung bis Schossbeginn. Anhand der Wettervorhersage werden Wachstumsregler Maßnahmen erst nach Ostern relevant werden. Achten Sie bei der Winterbraugerste KWS Somerset auf Mehltaubefall. Aktuell ist der komplette Neuzuwachs aller Sorten gesund. 



Zuckerrüben:

In der Rheinebene sind die ersten Zuckerrüben aufgelaufen. Für die nächsten Tage kann es regional zu Nachtfrost kommen. Davor und unmittelbar danach sollten keine Herbizidmaßnahmen gefahren werden. Schneckenbefall konnte bisher nicht beobachtet werden. Trotzdem empfehlen wir einen Schneckentest auf den eigenen Flächen anzulegen. In den Schutzgebieten ist die Ermittlung des Befalls Voraussetzung für den Einsatz von Schneckenkorn. Die Dokumentation sollte nicht vergessen werden!



Sommergetreide:

Das Sommergetreide ist auch in diesem Jahr unter optimalen Bodenbedingungen gesät worden. Die Bodenstruktur ist feinkrümelig und locker. Dies sind gute Bedingungen für den Einsatz eines Unkrautstriegels. Besonders im Sommergetreide ist diese Maßnahme gut durchführbar und in der Regel wirtschaftlich. Evtl. Korrekturen können auch noch zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden. Sollte sich das Getreide im Auflaufen befinden, ist von einem Striegelgang abzuraten, da dies zu Ausfällen von Pflanzen führen kann. Ab dem 3 – Blatt Stadium ist ein Stiegelgang wieder problemlos möglich.



Mais und Sojabohnen:

In Wasserschutzgebieten dürfen zur Vorbereitung der Saat keine Glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Die einzige Möglichkeit Ausfallgetreide und Altverunkrautung zu beseitigen ist die mechanische Bekämpfung. Arbeiten Sie mit flächig-schneidenden Werkzeugen sehr flach und im Idealfall 2-mal gegenläufig.